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Im Bonusprogramm-Check: KrisFlyer & Hilton Honors

“Punkte für meine nächsten Workation-Trips sammele ich ständig. Das Vielflieger-Programm KrisFlyer habe ich in diesem Sinne gerade für viele Kombinationsoptionen entdeckt. Beim Hotelprogramm von Hilton Honors bin ich leider inzwischen ein Stück weit ernüchtert.“ Ulf-Gunnar Switalski

Gerade erst bin ich mit Singapore Airlines von Bali nach Dubai geflogen und wurde wieder einmal daran erinnert, warum die Airline bei den Skytrax Awards 2025 zur „Best CabinCrew“ der Welt gekürt wurde. Die Flugbegleiter sind einfach hochklassig und die Business Class wie bei anderen Airlines ein First. Service, Kabine – an Bord stimmt einfach alles. Doch auch das Vielfliegerprogramm KrisFlyer bietet einige starke Vorteile – gerade für Reisende, die gezielt kombinieren.

Besonders spannend ist die Verbindung zum Hotelprogramm ­Marriott Bonvoy. Wer dort Platinum-, Titanium- oder Ambassador-Status hält, kann direkt KrisFlyer Elite Silver aktivieren. Und jetzt kommt der eigentliche Trick: Wer anschließend vier bezahlte Flüge mit Singapore Airlines absolviert, steigt unkompliziert zum KrisFlyer Elite Gold auf – inklusive Star Alliance Gold, Lounge-Zugang, zusätzlichem Freigepäck und Priority Services. Das ist für viele deutlich einfacher zu erreichen als ein Lufthansa Senator.

Ein Tipp für Einsteiger: Singapore Airlines fliegt regelmäßig zwischen Mailand und Barcelona, oft für unter 150 Euro return. Die Strecke zählt als regulärer Singapore-Flug, bringt also Meilen, Statuspunkte – und schon mit zwei Flügen dann Star Alliance Gold. Meilen kann man bei Singapore Airlines, Scoot und den gesamten Star Alliance-Fluggesellschaften sammeln sowie natürlich auch bei Hotel- und Mietwagenpartnern.

Wer nicht viel fliegt, kann trotzdem Prämientickets bekommen. Stichwort Punkte-Transfer für American-Express-Kunden: ­Membership Rewards lassen sich im Verhältnis 3:2 umwandeln – 90.000 Amex-Punkte ergeben also 60.000 KrisFlyer-Meilen. Einlösbar zum Beispiel für den monatlichen KrisFlyer-Deal namens Spontaneous Escapes: Dort wird der Meilenpreis auf bestimmten Strecken um bis zu 30 % reduziert. Besonders attraktiv: Die Strecke Frankfurt – New York in der Business Class ist regelmäßig für nur 56.700 Meilen one-way verfügbar – ein exzellenter Deal auf der Langstrecke.

Und auch wenn KrisFlyer-Meilen offiziell 36 Monate gültig sind, lässt sich diese Frist einmalig verlängern – je nach Status um sechs bis zwölf Monate. Die Verlängerung kostet eine geringe Gebühr oder einige Meilen, ist aber ideal, wenn man seine Punkte nicht sofort einsetzen kann oder will.

Remote Working at Singapore Airlines

Über 8.800 Hilton-Hotels – viel Potenzial für Hilton Honors

Hilton Honors: Teils ernüchtert

Ich war lange Hilton-Honors-Fan. Die Marke, das einfache Sammelsystem, die klaren Statusvorteile – vieles hat für mich gepasst. Besonders charmant fand ich Funktionen wie das legendäre Double Dipping, mit dem man gleichzeitig Punkte und Airline-Meilen sammeln konnte. Hilton Honors war unkompliziert und lohnend – nicht immer selbstverständlich unter Bonusprogrammen.

Inzwischen hat sich das Programm spürbar verändert. Nicht alles wurde schlechter, aber vieles ist heute weniger attraktiv. Bei meinen Buchungen entscheide ich mich inzwischen häufiger für andere Programme.
Hilton betreibt weltweit über 8.800 Hotels mit fast 1,3 Millionen Zimmern in 139 Ländern – von ikonischen Waldorf-Astoria-Häusern bis hin zu soliden Hampton Inns. Das Bonusprogramm ist klar strukturiert: Zehn Punkte je US-Dollar Umsatz, verschiedene Statuslevel mit theoretisch attraktiven Benefits und Prämiennächten. Besonders der Gold-Status, den viele als optimalen Mittelweg sehen, bringt kostenfreies Frühstück und meist verbesserte Zimmer­kategorien.

Wer den Status nicht über Nächte erreichen will, bekommt eine Abkürzung: die Hilton-Honors-Kreditkarte für Deutschland, ausgegeben von der Advanzia Bank. Für 6 Euro im Monat (72 Euro pro Jahr) gibt es nicht nur den Gold-Status sofort, sondern auch ein Versicherungspaket und keine Fremdwährungsgebühren. Ein interessantes Paket – aber kein Gamechanger. Denn die Schattenseiten sind nicht zu übersehen: Hilton hat zuletzt still und leise die Punkte-Werte für viele Hotels erhöht – teilweise um bis zu 50 %. Gleichzeitig fehlt ein transparenter Award-Chart. Wer punkte-­bewusst bucht, muss sich heute durch dynamische Preisgestaltung und Intransparenz kämpfen. Beliebte Hotels wie die Resorts auf den Malediven sind kaum noch sinnvoll mit Punkten buchbar.

Und selbst mit Diamond-Status ist der Frust oft nicht weit. Hilton verteilt seinen höchsten Status großzügig per Status Match und Challenge, oft ohne echte Gegenleistung. In vielen Häusern checken heute Dutzende Diamond-Gäste gleichzeitig ein – und echte Upgrades bleiben mangels Verfügbarkeit der Hotels dann eben einfach aus. Was nach VIP klingt, endet im Reality Check dann im Standardzimmer.
Hilton Honors funktioniert – aber längst nicht mehr für alle. Wer Verlässlichkeit, greifbare Statusvorteile und attraktive Punkte-­Einlösungen sucht, findet diese heute anderswo oft konsequenter umgesetzt.


Ulf-Gunnar Switalski …

… ist Buchautor, Editor von „Upgrade Guru“, Gründer der Deutschen Bonus Awards
und reist selbst ständig um die Welt. Seit mehr als 30 Jahren beschäftigt er sich mit
Bonusprogrammen zur Kundenbindung und Loyalty. www.upgradeguru.de

 

 

Fotos: adobe firefly, Singapore Airlines, Hilton Hotels

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