„Remote Working über den Wolken – Traum oder Albtraum? In unserer Reportage-Reihe zeigen wir, wie Airlines ihr WIFI-Angebot während des Fluges ausbauen und was Business und Bleisure Traveller sowie Workationisten an Airports und in Lounges erwartet. Diesmal: Turkish Airlines.“ Kai Böcking
Meine Freunde halten mich für ein bisschen verrückt: Bleisure, Workation, arbeiten wo immer man will, zudem gerne fliegen, und das noch auf Langstrecken. Auf meinem Weg zur Tourismus-Messe IPW in Miami habe ich mich diesmal für einen kleinen Umweg über Istanbul entschieden. Das hat den Vorteil, dass ich schon morgens in den USA bin und nicht erst am Nachmittag. Los geht’s in Stuttgart, ein wichtiger deutscher Hub für Turkish Airlines. Zwei Lounges stehen Bleisure-Vielfliegern hier zur Verfügung: die Aviator-Lounge und die brandneue Star-Alliance-Lounge.

Long-Haul geht es für den türkischen Skytrax-Gewinner („Europas beste Fluggesellschaft“ 2025) immer über das gigantische Drehkreuz in Istanbul. Mein Flieger, ein Airbus 321-200neo, startet um 18.45 Uhr mit einer 2 – 2-Anordnung in der Business Class – ein Warm-up für die Langstrecke mit einem Vorgeschmack auf den mehrfach ausgezeichneten Bordservice. Bei einem Drei-Stunden-Flug halte ich mich aber zurück, genieße nur die Vorspeisen und packe zum ersten Mal meinen Laptop aus. Turkish Airlines hat für alle digitalen Nomaden und Online-Fans eine klare Regelung: 1 GB Datenvolumen in der Business Class, wenn man kein Mitglied beim Meilenprogramm ist.

Wer dort registriert ist, genießt auf den gesamten Flügen in der Business Class unbegrenztes Datenvolumen. Meine Internet-Verbindung auf dem Weg in die türkische Hauptstadt ist prima. Bis zu 8 Mbit/s Download reicht für alles, was Mails und andere kleine Download-Themen betrifft.
Laptops & türkische Spezialitäten
Der Mega-Airport in Istanbul ist ein 24-Stunden-Universum für sich, ein lebender Organismus, der gutes Schuhwerk verlangt. Das Zeitmanagement für den Weg vom Ausstieg zu den Lounges und zum Abfluggate ist nicht nur für fußlahme Vielflieger herausfordernd.

Ich komme in der riesigen Business-Lounge an. Hier treffen sich Vielflieger aus der ganzen Welt und viele Laptops und Devices auf frisch zubereitete türkische Spezialitäten, Säfte und – ein bisschen versteckt – auf ein kaltes Bier oder ein Glas Wein. Einen WIFI-Zugang erhält jeder beim Einchecken in die Lounge(s) – einfach Bordkarte scannen, und man ist drin. Die Verbindung ist schnell bei Up- und Downloads, trotz der vielen hundert User, die hier gleichzeitig ins Netz gehen – „Netflix-Standard“, wie ich es immer nenne und bei meinen Reisen auch in Hotels als Benchmark erwarte.
Um 1:50 Uhr geht es mit dem Dreamliner weiter nach Miami: einsteigen, Bett im Full-Flat-Sitz machen lassen, Schlaftrunk, Schlafen – und fit in Miami für meinen ersten Messetag landen.
Service später? Kein Problem
Vier Tage später geht es zurück nach Deutschland. Die Langstrecke von Miami startet in der Turkish Airlines Lounge in Florida. Die ist chic, mit Vorfeld-Blick und Surfbrettern an den Wänden.
Mein Flug, wieder im Dreamliner, startet um 10.35 Uhr pünktlich nach Istanbul, ein Tagesflug, fast zwölf Stunden Zeit für Workation über den Wolken. Die Business-Class-Sitze sind ausgezeichnet, bieten bequemen Platz, Ladestationen für diverse Devices und die Möglichkeit, z. B. sein Handy mit dem Bildschirm zu verbinden. I like.

Die Bandbreite der Verbindung schwankt auf diesem langen Flug. Abgebrochen ist sie bei mir nie, aber ab und zu leicht in die Knie gegangen. Konnektivität ist eben immer noch von der Verbindung zu den Satelliten abhängig.
Was mich normalerweise beim Arbeiten über den Wolken sehr nervt, ist ein nicht flexibler Service. Hier kein Thema: Eine junge und überaus freundliche Köchin nimmt meine Bestellung auf und sichert mir zu, dass ich später essen kann. Die Idee, Köche an Bord mitzunehmen, ist schon einmalig – dass diese auch noch flexibel sind, wirklich top. Als endlich der Gong zu meiner Mittagspause erklingt, schöpfe ich aus dem Vollen des preisgekrönten Menüs der Airline. Alles liebevoll von einer Köchin in Uniform serviert und vom Vielflieger genüsslich verkostet.

Istanbul, 5 Uhr morgens, letzter Stopp vor Stuttgart. Ich liebe Duschen in Lounges. Nach meiner Erfahrung gibt es dabei eine Bandbreite von „Geht so“ bis „Hier bleibe ich ein bisschen länger“. In Istanbul erlebe ich letzteres: sauber, groß und ohne Zeitdruck.
Fazit: Wer so wie ich, Arbeiten über den Wolken als normal betrachtet, und dabei Komfort, Service und Freundlichkeit ebenso wichtig findet, ist bei Turkish Airlines in besten Händen. Nur für das kostenlose Stopover-Programm in Istanbul hatte ich diesmal keine Zeit. Nächstes Mal.
Kai Böcking …
… hat früher schon als freier Autor viele Flugtests verfasst. Sein aktueller Fokus auf die Remote-Work-Tauglichkeit in der Luft verschafft ihm neue Flugerlebnisse, nicht zuletzt weil er als TV-Produzent hohe WIFI-Anforderungen hat. Turkish Airlines hat er auf der Langstrecke zum ersten Mal ausprobiert. Das einzige, das er sich für seinen nächsten Flug noch wünscht, ist ein Pyjama für den Nachtflug.
work@sky turkish airlines
Turkish Airlines, ein Mitglied von Star Alliance, bietet über sein Drehkreuz in Istanbul über 130 Verbindungen in die ganze Welt an. WIFI-Pakete sind an Bord erhältlich. Mitglieder des Miles&Smiles-Programms haben besondere Preisvorteile, je nach Buchungsklasse. Ohne Mitgliedschaft zahlt man für die Pakete.
Preise: Langstrecke unlimited: 25 US-Dollar, Datenvolumen von
1 GB: 20 US-Dollar, Unlimited Massaging: 3 US-Dollar
Stopover-Angebot: Passagiere, die mindestens 20 Stunden Aufenthalt in Istanbul haben, können das kostenfreie Stopover-Programm der Airline buchen.
In der Economy Class beinhaltet es eine Nacht in einem Vier-Sterne Hotel. Business-Class-Passagiere erhalten zwei Nächte in einem Fünf-Sterne-Hotel,
dies jeweils beim Hin- oder Rückflug.
Fotos: © Turkish Airlines, Kai Böcking




