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Remote Working

Check: Singapore Airlines

„Remote Working über den Wolken – Traum oder Albtraum?
In unserer Reportage-Reihe zeigen wir, wie Airlines ihr WIFI-Angebot während des Fluges immer mehr ausbauen und was Business und Bleisure Traveller an Airports und in Lounges erwartet. Diesmal: Singapore Airlines.“ Kai Böcking

Der  Skytrax-Musterknabe Singapore Airlines (SIA) war einmal mehr Game-Changer, als er 2023 WIFI an Bord weitgehend kostenfrei für alle bereitstellte. Seit 2025 ist die gesamte Flotte online – auf Kurz- oder Langstrecke, in allen Klassen mit gleicher Geschwindigkeit und den gleichen kleinen Herausforderungen. Dazu gleich mehr. 

Meine Reise nach Frankfurt mit dem A380 beginnt an einem der besten Flughäfen der Welt – dem Changi Airport in Singapur. Hier ist alles super-fix: einchecken, vollautomatische Passkontrolle und ins Internet per Bestätigungs-Klick. Noch schneller geht es in den neuen Lounges der Airline, die sowohl für die Business- wie auch First-Class-Gäste komplett neugestaltet wurde. Da ich Business fliege, habe ich Zugang zur neuen SilverKris Business Lounge in Terminal 3: sagenhafte 3.000 Quadratmeter groß mit riesigen Duschräumen, Live-Cooking-Stationen, Bars – und Platz zum Arbeiten. Von Hochtischen mit Ladestationen, tiefen Ledersesseln über separate Single-Arbeitsplätze, die wie Business-Class-Sitze anmuten, bis hin zu Konferenzräumen und Schlafmöglichkeiten – das hat alles Klasse!

Ich fliege am Morgen, entscheide mich für einen Hochtisch, schließe meine Devices an und logge mich ein. Wow! In Deutschland würde man für solch eine Verbindung eigenhändig Glasfaser-Kabel verlegen. Egal ob Streaming, große Dateien oder ein Video-Schnittprogramm, das ich gerade nutze – dieses WIFI kriegt man nicht klein, auch wenn die Lounge, die Platz für 700 Gäste bietet, gut besetzt ist und fast alle Vielflieger mindestens ein Endgerät online mitlaufen lassen.

Arbeiten an Bord 

Der 12-Stunden-Flug im A380 von Singapur nach Frankfurt startet pünktlich. Das Internet kommt von Sitaonair oder Panasonic, beide bewährte und beliebte Systeme vieler Airlines. 

Nach dem Start und einem bestellten Gin Tonic ist das WIFI ab einer Höhe von ca. 10.000 Fuß verfügbar. Mein bequemer Arbeitsplatz: ein Einzelsitz am Fenster mit Sichtschutz zum Gang, Full-Flat-Bett, 18-Zoll-Monitor mit über 1.000 Unterhaltungsoptionen. Dazu dimmbare Leuchten, USB- und HDMI-Anschlüsse sowie mehrere Lademöglichkeiten für Devices (leicht erreichbar). Den mehrfach -ausgezeichneten Bord-Service kann man jederzeit erreichen.

Nun aber WIFI on. Gäste der Business und First Class sowie PPS-Club-Mitglieder von SIA loggen sich direkt mit ihrer Sitznummer ins Bordnetz ein. Gäste der Economy und Premium Economy müssen KrisFlyer-Mitglied sein, um das kostenlose WIFI nutzen zu können. Wer kein Mitglied des SIA-Meilenprogramms ist, kann sich  während des Fluges anmelden – oder er zahlt die 4 bis 16 US-Dollar, je nach Nutzungsdauer.

Da jeder Gast an Bord die gleiche Konnektivität hat, teilen wir uns auch die Verbindungsgeschwindigkeit und die damit verbundenen kleinen Hick-ups. Keine Frage, das WIFI bei SIA funktioniert ordentlich. Aber während man in der grandiosen Lounge mit fast 80 Mbit/s surft, bleiben davon in der Luft gerade mal 4 bis 6 Mbit/s übrig. Das ist kein schlechter Wert für die Airline, schränkt die Arbeit aber ein. Streaming und WhatsApp-Calls (beides ohnehin nicht erlaubt) würden nicht funktionieren, online Filme schneiden auch nicht. Aber was geht: Mails und Power-Point-Präsentationen versenden und empfangen, Messanger-Nachrichten ebenso. Ich bleibe verbunden und kann arbeiten. Und ich habe Zeit, das Bord-Menü zu genießen und ein wenig zu relaxen, während wir über Indien und Pakistan fliegen. Hier darf die SIA nämlich keine WIFI-Verbindung anbieten.

Fazit

Singapore Airlines liegt schon mal weit vorne mit vielen Dingen: Service, Sitze, Streckennetz, Lounges und dem weitgehend kostenfreien Internet auf allen Flügen, egal wie lang und wohin. Geblockte Gebiete, schlechtes Wetter oder schlicht und einfach keine erreichbaren Satelliten sind der Airline nicht anzukreiden. Für mich toppt das Flugerlebnis meinen Arbeitsfleiß auf diesem Flug.


Kai Böcking …

… hat früher schon als freier Autor viele Flugtests verfasst. Sein aktueller Fokus auf die Remote-Work-Tauglichkeit in der Luft verschafft ihm neue Flugerlebnisse, nicht zuletzt weil er als TV-Produzent hohe WIFI-Anforderungen hat. Mit der SIA fliegt Kai Böcking seit Jahren. Ein bisschen trauert er hier den legendären Ledersitzen der Business Class nach, die Platz für zwei Passagiere zum Plausch boten. 

 

 

Work@Sky Singapore Airlines

Die SIA fliegt von Frankfurt, München und Zürich täglich nach Singapur sowie von Frankfurt nach New York. Zusätzlich zum Bordprogramm bieten Flüge mit der Boeing 777-300er auch Live-TV an. Wer nicht KrisFlyer-Mitglied ist oder nicht Business oder First Class fliegt, zahlt für den Internet-Zugang an Bord.

Preise:  1 Stunde: 3,99 US-Dollar, 3 Stunden: 8,99 US-Dollar, ganzer Flug: 15,99 US-Dollar, WIFI über den persönlichen Mobil-Zugang ist ebenfalls möglich, Preise variieren je nach Anbieter.
Ausrüster: Sitaonair, Panasonic

Fotos: © Singapore Airlines

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