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BLEISURE Remote Work

MICE meets Leisure

„Unter MICE verstehen die Experten Meetings, Incentives, Conventions Exhibitions und staunen selbst darüber, wieviel Bleisure-Reisen ­inzwischen nach der Tagung unternommen werden. Eigentlich steckt dahinter nichts Neues. Neu sind die damit verbundenen Möglichkeiten.”
Sylvie Konzack

Der neuen Theorie des referierenden Forschungskollegen folgen, mit Blick auf die Leoganger Steinberge und das Steinerne Meer? Seit Jahren zieht das Congress Center Saalfelden in Tirol damit sein Tagungspublikum an. Eineinhalb Stunden von Salzburg und zweieinhalb von München entfernt, können sich auf der sonnenreichen Dachterrasse die Teilnehmer weiter austauschen und vielleicht auch über ihre möglichen Wander- oder Ski-Touren direkt nach dem Kongress sprechen. Für das Congress Center ist dieses kombinierte Planen von Location und Umgebung perfekt. Erst recht seit vor über einem Jahr direkt daneben “Das Saal” eröffnet hat.

Das neugebaute Stadt- und Businesshotel wartet mitten im Urlaubsgebiet mit Smart-Check-in, Coworking-Lounge, modernem Restaurantkonzept, Bar sowie Terrassen im Erdgeschoss und auf dem Dach auf, samt Sauna. Mit seiner Geschäftsreise-Ausrichtung ist Das Saal das einzige in der 17.000-Einwohner-Stadt und darüber hinaus, berichtet der Hoteldirektor. Die meisten seiner Gäste haben in der Umgebung einen Business-Termin oder tagen im Congress Center. Zu kleinen Meetings bis 25 Teilnehmer können sie auch im Coworking-Bereich zusammenkommen. Ansonsten „schreit“ die Umgebung mit Wander-, Kletter-, Bike- bzw. Ski-Routen nach Trips während der Tagung oder danach. Entsprechend wächst die Zahl der Gäste, die für Bleisure länger bleiben, im Das Saal.

Das Saal, direkt hinter dem Congress Center Saalfelden

Ähnliche Erfahrungen machen derzeit auch die Alps Resorts mit ihren ca. 45 Urlaubsresorts in den österreichischen Alpen. Das Angebot reicht von klassischen Apartments über Ferienhäuser an der Skipiste bis hin zu Chalets mit eigenem Wellnessbereich sowie Glamping-, also Luxus-Camping-Unterkünften. ­Waren diese Resorts ursprünglich für reine Urlaubsgäste gedacht, finden hier mittlerweile auch immer mehr Business-Meetings und Workations statt. Kleine Firmengruppen z. B. aus dem mittleren bis Top-Management buchen einzelne Chalets. Eine eigene MICE-Verantwort­liche kümmert sich bei den Alps Resorts inzwischen um das richtige Setting für die Arbeitsevents samt passenden Freizeitempfehlungen.

Und wenn wir in den Alpen bleiben: Auch die Schweiz hat viele Erfahrungen damit, Tagungen in modernen Locations mit besonderen Bergpanoramen auszurichten und dann zum Wandern einzuladen. Was bereits vor allem amerikanische Gäste zu schätzen wissen, ist auch für immer mehr Gäste aus Europa ein spannendes Konzept. In unserer neuen Print-Ausgabe Herbst/Autumn 2025 zeigen wir insbesondere in einem Schweiz-Special verschiedene Möglichkeiten an unterschiedlichen Orten und in diversen Kulissen in der Alpenrepublik auf.

Congress Center Saalfelden
Congress Center Saalfelden

Geschäftsreisen weiter im Wandel

Schon im letzten Jahr hatten die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) und das German Convention Bureau (GCB) für Deutschland erstmals ermittelt, dass 2023 bereits über ein Drittel aller ausländischen Geschäftsreisenden einen Bleisure-Trip unternommen haben. Davon haben wiederum drei von vier vorher an einer Tagung, einem Kongress, Meeting oder einer Messe teilgenommen. Für Deutschland hatte die DZT daraufhin eine Stay Longer-Initiative gestartet, die es internationalen Gästen in Deutschland ermöglichte, mit einem längeren Aufenthalt auch ihren ökologischen Fußabdruck pro Reisetag zu mindern.

Der Geschäftsreisemarkt ist weiter im Wandel. Denn das Volumen an Dienstreisen bleibt z. B. in Deutschland dauerhaft deutlich niedriger als vor 2020. Dafür steigt weiter ihre Dauer: Bei 61 % der kleineren und 53 % der größeren Unternehmen dauerte 2024 der Business Trip bereits zwei bis drei Tage an, bei den größeren Firmen sogar zu 46 % vier Tage und mehr, so die Zahlen des VDR.

Der deutsche Geschäftsreiseverband ist überzeugt: Die Unternehmen planen ihre Dienstreisen inzwischen strategischer, selektiver, internationaler und wirkungsvoller – und Bleisure und Workation passen hier bestens rein. „Es ist wichtig, dass wir uns vor allem auch mit Bleisure und Workation beschäftigen“, sagte die VDR-Vizepräsidentin Inge Pirner Im Mai beim VDR-Jahreskongress. „Es geht hier um mehr Unternehmensattraktivität, auch Nachhaltigkeit – dies als ein Perspektivwechsel verstanden. Auch wenn es noch viele rechtliche Leitplanken braucht, wir sind hier dran.“

 


Sylvie Konzack …

… ist regelmäßig im Austausch mit Wissenschaftlern und touristischen Leistungsträgern. Sie freut sich, dass hier immer mehr gemeinsam das Ziel zu mehr Angeboten und besseren Rahmenbedingungen verfolgen.

 

Foto: © iStock.com/ssnjaytuturkhi, Das Saal/Widerhofer Group