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Remote Working

Workation mit Hund

„Viele Hotels sind heute haustierfreundlich. Denn Urlaub mit Hund & Co. liegt im Trend. Wie gut auch Workation funktioniert, habe ich mit meiner Dobermann-Lady im Chiemgau ausprobiert.“ Bianca Schmid-Bartosch

Wenn man schon das (Home) Office verlassen kann, weil der Arbeitgeber 20 Tage Workation im Jahr erlaubt, dann sollte man das nutzen, finde ich. Tessa, meine 1,5 Jahre alte Dobermann-Dame, ist kein kleiner Hund. Fliegen will ich daher erst mit ihr, wenn sie in der Kabine auf dem Platz neben mir sitzen kann – die Italiener machen es auf der Kurzstrecke schon vor. Aber jetzt können wir gut mit dem Auto reisen: Wir haben einige Tage im bayerischen Chiemgau, im Relais & Châteaux Gut Steinbach in Reit im Winkl, gebucht. Der Plan: tagsüber arbeiten, und davor und danach mit Tessa die Umgebung erkunden.

Alle Hundebesitzer wissen, dass die Reise immer für einen selbst, das Hotel und den Hund zu planen ist. Ich bevorzuge stets ein Zimmer im Erdgeschoss, falls Tessa nachts hinaus muss – und habe diesmal viel Glück. Neben den Zimmern gibt es im Gut sieben Chalets rund um einen Natur-Badesee und in Sichtweite des Hauptgebäudes. Da Nebensaison ist, dürfen auch wir uns auf eines freuen.
Beim Check-In werden wir aufs Herzlichste begrüßt. Tessa, so wird uns freundlich erklärt, darf in einige Restaurantstuben und auf die Terrasse. Sie ist kein Spa-Fan, und auch der Badeweiher ist nicht ihr Ding. Gut, dass dies hier ohnehin tabu für Hunde ist.

Unser Chalet ist das kleinste: 150 qm alpenländischer Wohlfühltraum, unten Wohnzimmer, Küche und Sauna plus Terrasse, oben zwei Schlafzimmer mit Balkon. Tessa schaut erstmal dem Rasenroboter hinterher und begrüßt bellend die anderen Hunde in den Chalets. Ich teste schon mal das Internet, schließlich muss ich hier arbeiten. Aber nichts ruckelt oder verzögert sich, auch in den anderen Hotelbereichen bestes WIFI.

Bayerisch-produktive Workation

Es ist die erste Hitzewelle des Jahres, daher sind wir meist draußen. Der Weg zum Abendessen ist kurz, dauert aber etwas länger, wenn die anderen Mensch-Hund-Gespanne den gleichen Weg nehmen. Auf der Terrasse des Restaurants „Heimat“ liegen unter den Tischen diverse Hunde, auf den Tischen wird das mit einem Grünen Stern des Guide Michelin prämierte Essen serviert. 80 % der Produkte sind hier aus maximal 80 km Entfernung.. Die Mitarbeiter nehmen sich viel Zeit für uns – sind interessiert, sehr freundlich und Hundeliebhaber. Tessa weiß gar nicht wohin mit den Komplimenten und Streicheleinheiten.

Wenig später schläft sie im Chalet unten selig auf ihrem eigenen Kissen, das Hotel hat einen Napf und Leckereien bereitgelegt. Am Morgen entdecken wir die Wälder und Flüsse rund um das Gut, ein Alpen-Traum.
Punkt 8 Uhr geht der Laptop an. Das Frühstück, das auf Wunsch ins Chalet geliefert wird, ist heiß, frisch und auf die Sekunde pünktlich. Ich arbeite auf der Terrasse. Tessa liegt auf dem Platz daneben. Zwischendurch gibt es Quellwasser für uns beide. Workation kann so bayerisch sein und so produktiv.
Während Tessa ihren Nachmittagsschlaf hält, zieht es mich in das 2.000 qm große Spa: 16 m Pool, Saunen und eine Gesichtsbehandlung. Auch im Winter muss der Ausblick hier ein Traum sein.
Fazit: ein leichtes Grummeln von Tessa, als ich nach drei Tagen das Auto packe. So entspannt und konzentriert ich gearbeitet habe, konnte ich trotzdem neue Abenteuer mit meinem Hund erleben.


Bianca Schmid-Bartosch …

… ist Head of Group Compliance bei einem deutschen LKW-Hersteller und arbeitet vier Tage die Woche im Homeoffice. 20 Tage darf sie im europäischen Ausland Workation beantragen, bei strikten Regeln. Während ihr Hund zu Hause schon mal ungeduldig wird, war er während der Workation am Chiemsee total gechilled.

 

Fotos: privat, Gut Steinbach

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